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Das Ende der Weihnachtszeit – der Dreikönigstag

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Weihnachten ist die Zeit der Feiertage – auf die eigentlichen Weihnachtsfeiertage 24./25./26.12. folgen Silvester und Neujahr. Und in katholischen Regionen, so auch in Bayern, gibt es noch einen weiteren Ferientag – den Dreikönigstag am 6. Januar. Warum dieser Tag ein Feiertag in Bayern und München ist, erfahrt ihr hier.

Eigentlich heißt der Dreikönigstag „Fest der Erscheinung Christi“ (Epiphanias). Gefeiert wird Erscheinung des Herrn und die Offenbarwerdung seiner Göttlichkeit. Drei Ereignisse sollen sich zudem am 6. Januar verschiedener Jahre zugetragen haben – zum einen die Ankunft der Heiligen Drei Könige beim neugeborenen Jesuskind. Zweitens die Taufe Jesu Christi im Fluss Jordan, wobei der Heilige Geist in Gestalt einer Taube erschien. Und drittens die Verwandlung von Wasser in Wein als das erste Wunder, das Jesus vollbracht haben soll. In den Kirchen wird an diesem Tag die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland vorgelesen, denn sie war die erste Geschichte über die Erscheinung Christi.

Dieser Tag bedeutet das Ende der christlichen Weihnachtszeit. Die Krippen werden entfernt sowie Weihnachtsbäume und Fensterschmuck abgebaut. An diesem Tag ziehen auch Sternsinger (Mädchen und Jungen, verkleidet als die Heiligen Drei Könige) von Haus zu Haus (Gaststätten eingeschlossen), singen Lieder und schreiben die Buchstaben C, M und B sowie die Jahreszahl an die Tür. C, M und B stehen für „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“). Manche Leute meinen auch, dass die Buchstaben die Anfangsbuchstaben der Namen Heiligen Drei Könige sein sollen: Caspar (persisch: Hüter des Schatzes), Melchior (hebräisch: Mein König ist das Licht) und Balthasar (babylonisch: Gott schützt das Leben).

Dieser Brauch wurde in Deutschland erst Ende der Fünfziger Jahre durch Flüchtlinge aus Schlesien wiederbelebt. Er hat jedoch eine lange Tradition. Schon im 16. Jahrhundert zogen Schulkinder mit ihrem Lehrer von Haus zu Haus und sangen den dort lebenden Menschen von der Geburt und dem Leben von Christus vor. Zum Dank erhielten sie kleine Geschenke, Nüsse oder Äpfel. Schon damals wurde das Haus gesegnet und ein Kreuz an die Türe gemalt. Die Heiligen Drei Könige sind Schutzpatrone der Reisenden und Gastwirte, außerdem halten sie das Böse fern von Häusern und Ställen. Deshalb gab es im Mittelalter für Pilger und andere Reisende die „Dreikönigszettel“. Das waren amulettartig benutzte Papiere mit dem Zeichen C+M+B und verschiedenen Beschwörungs- und Wunschformeln. Diese Zettel wurden auf den damals gefährlichen Reisen als beruhigendes Reisepapier mitgeführt. Die Verehrung der Heiligen Drei Könige als Reisepatrone spiegelt sich auch heute noch im Namen alter Gaststätten wieder, die da heißen „Zum Mohren“, „Zum Stern“ oder gar „Zu den drei Königen“.

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