Munich Greeter
Heinrich der Löwe/Henry the Lion

Heinrich der Löwe und München

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Heinrich der Löwe – ein Name, der mit der Stadtgeschichte so eng verbunden ist, wie das Bier. Aber wer war er? Und war er wirklich so wichtig für München? Folgt den Munich Greetern zurück zu den anfängen Münchens.

Die Geschichte besagt, dass Heinrich der Löwe soetwas wie der Gründer der Stadt München war. Er zerstörte 1158 eine Isar-Brücke des Fürstbischofs von Freising ungefähr dort, wo heute der Stadtteil „Oberföhring“ ist. Dann leitete er die darüber führende Salzhandelsroute einfach über seine eigene Brücke bei München um. Die Händler mussten dann Zoll an Heinrich abführen, wenn sie seine Brücke überqueren wollten. Zuvor mussten Sie an den Fürstbischof bezahlen. Das machte letzteren natürlich entsprechend zornig und er wandte sich an Kaiser Friedrich Barbarossa. Dort beschwerte er sich, dass Heinrich seine Brücke zerstört und damit sein Geschäft kaputt gemacht hat. Der Kaiser musste nun entscheiden und tat das auch, indem er Heinrich seine Brücke ließ, aber er musste ein Drittel seines Einkommens an den Fürstbischof von Freising abgeben. Jeder war nun zufrieden und München wuchs von einer kleinen Ansiedlung zu einem relativ wohlhabenden, mittelalterlichen Dorf.

Diese Geschichte steht in den meisten Stadtführern und endet normalerweise auch hier.

ABer es gibt mehr über Heirnich und sein Verhältnis zu München zu erzählen.

Heinrich, der aus Norddeutschland (Braunschweig) stammte, war nämlich der Cousin von Kaiser Friedrich Barbarossa und half ihm im Jahr 1155 überhaupt Kaiser des Heiligen Römisch-Deutschen Reiches zu werden (nun sieht man die Entscheidung Barbarossas gleich aus einem anderen Winkel). Nachdem Friedrich Kaiser wurde, unterstützte er Heinrich und ernannte ihn zum Herzog von Bayern (17.09.1156). Heinrich war bekannt als eine Person, die stets versuchte sein Territorium zu erweitern und seinen Reichtum zu erhöhen. So verwundert es auch nicht, dass er zwei Jahre nachdem er Herzog von Bayern wurde, die Brücke in Freising zerstörte und seine eigene Brücke mitsamt Brückensteuer etablierte. Doch diese Geschichte sollte nicht gut enden. Kaiser Friedrich Barbarossa hatte einige Probleme mit italienischen Regionen des Reiches, allen voran Mailand und auch mit dem Papst. Also schickte er Truppen in die revoltierenden Regionen. Als es nicht ausreichend Truppen gab, fragte er seinen guten Freund Heinrich und andere loyale Herzöge, ob sie ihm aushelfen könnten. Und das taten sie, indem sie ihre Truppen zur Untersützung des kaiserlichen Krieges entsandten.

Heinrich der Löwe/Henry the Lion

Heinrich der Löwe/Henry the Lion

Ab 1167 starben jedoch einige Heerführer und Fürsten im Feldzug. Einige hatten keine Erben, so dass ihre Länderein an den Kaiser fielen und dieser sie an „neue“ Herzöge und Fürsten vergab. Das passierte auch mit Ländereien, die verwandten von Heinrich dem Löwen gehörten. Diese Detailgeschichte zu erzählen wäre ein wenig zu lang für einen Blog. Wichtig zu wissen ist hierbei nur, dass Heinrich ziemlich deshalb ziemlich wütend war und er ab 1175 Barbarossa jede weitere Hilfe in Italien verweigerte. Das führte zu einigen Schlachten, die der Kaiser verlor und dadurch gezwungen war, Friedensverträge zu unterzeichnen. Natürlich war der Kaiser deswegen sehr erbost und degradierte Heinrich 1180 zu einem „normalen Adligen“. Heinrich verlor Bayern und sein Heimatland Sachsen. Barbarossa gab Bayern an Otto von Wittelsbach (die Wittelsbacher sollten Bayern von nun an bis 1918 regieren – 738 Jahre). Heinrich ging ins Exil nach Südengland. Er versuchte einmal zurückzukommen im Jahr 1185, wurde jedoch erneut ins Exil nach England geschickt, wo er sich Richard I. (Richard Löwenherz) anschloß.

Ihr seht also, dass Heinrich der Löwe nicht unbedingt ein netter Zeitgenosse war. Einige Historiker sagen sogar, dass er sich überhaupt nicht um Bayern und München geschert hat. Er ist nicht mal in München begraben, sondern in seiner Heimatstadt Braunschweig. In München hinterließ er die Gründungsgeschichte und man kann heute eine Statue von ihm finden, jedoch relativ gut versteckt am Alten Rathaus. Die Figur Heinrichs blickt das „Tal“, die Straße die zum Isartor führt hinunter, wo früher „seine“ Brücke über die Isar führte.

2 Kommentare

  1. If that really is Henry the Lion’s shoulder bone, then it could help settle the dispute over whether his body is really that found in the tomb in the Brunswick Cathedral.

  2. But he DID leave something in Munich though: the left bone of his shoulder is still shown in Munich’s City museum. You don’t believe this? Look out by yourself!
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/neu-im-stadtmuseum-typisch-muenchen-1.186075-3

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