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Mythos Weißwurst

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Nichts, naja sagen wir fast nichts ist so traditionell (in kulinarischer Hinsicht) als die Münchner Weißwurst. Viele Touristen probieren sie, begehen doch oft Fehler beim verzehren. Denn kein traditionelles Essen hat wohl mehr Regeln über das korrekte verspeisen…
Um endgültig und abschließend den „Mythos Weißwurst“ für Nicht-Münchner zu erklären, haben die Munich Greeter euch hier ein „How to“ erstellt:

1. Was ist die Weißwurst?
Lebensmitteltechnisch handelt es sich um eine WUrst, bestehend aus (hauptsächlich) Kalbsbrät und Gewürzen (Salz, Petersilie, z.T. Auch Kardamom und Zitrone). Doch keine Angst, auch wenn Kardamom und Zitrone teils Verwendung finden, hat die Weißwurst keinen zitronigen oder starken kardamom-Geschmack. Die Zutaten werden traditionell in Naturdarm gefüllt und so auch verkauft.

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Weißwurst-1“ von Rainer Z Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

2. Beschaffung
Da es sich um eine Münchner Spezialität handelt, ist die Weißwurst in München nahezu überall erhältlich. Die meisten Wirtshäuser(natürlich mit bayerischer oder bürgerlicher Küche) haben Weißwürste auf der Karte. Alle Metzgereien verkaufen sie frisch und in Supermärkten findet man sie auch. Entweder (wie bei Metzgereien) an der Frischtheke oder aber auch abgepackt oder in Dosen.

3. Esszeitpunkt
Man sagt die Weißwurst darf das „zwölf-uhr-Läuten“ nicht mehr hören. Aus diesem Grund werden in vielen traditionellen Wirtshäuser Weißwürste auch nur bis 12:00 mittags angeboten. Das hat jedoch mit der Verderblichkeit der Weißwurst zu tun. Als es noch keine Kühlschränke gab, wurden die Würste morgens hergestellt und mussten zügig verzehrt werden. Nachmittags konnten sie bereits verdorben sein. Von daher führte man diese Regel ein, sie nur bis mittags zu essen. Dies hat sich zur Tradition entwickelt. Natürlich gibt es einige Wirtshäuser, die auch abends Weißwürste servieren, wenn man sie verlangt, denn man kann sie ja kühlen 😉

4. Zubereitung
Weißwürste werden in heißem Wasser erwärmt, aber nicht gekocht. Nur so lange bis sie schön heiß sind. Lässt man sie zu lange im Wasser, platzt die Haut und die Würste werden unansehnlich.
Und bitte: Das Wasser ist nur zum erwärmen dar. Es ist keine Suppe! (alles schon gesehen!)

5. Verzehrregeln
Nichts ist wohl so schwierig für nicht-Bayern, als das korrekte Essen einer Weißwurst. Es gibt nämlich mehrere Arten. Die traditionellste aller ist das „auszuzeln“ (hochdeutsch: aussaugen). Die Haut in der sich die Weißwurst befindet, ist nämlich nicht für den Verzehr bestimmt, im Gegensatz zu vielen anderen Wurstsorten, bei denen die Haut mitgegessen werden kann.
Wie zuzelt man nun die Weißwurst am besten aus?
Als erstes nimmt man die Wurst in die Hand. Falls notwendig, beisst oder schneidet man eine kleine Öffnung ins Wurstende. Nun taucht man die Wurst in den Senf, nimmt sie in den Mund und zieht mit Lippen und Zähnen das Wurstbrät aus der Haut. Niemals aber inhalieren oder einamtmen…. Wichtig dabei ist, nicht zu fest zu beissen, denn dann reisst die Haut und man hat sie mit im Mund.

Das zuzeln braucht jedoch ein wenig Übung. Wenn Ihr also das erste mal im Wirtshaus vor Weißwürsten sitzt und Euch nicht blamieren wollt, gibt es eine einfache, ebenfalls anerkannte Variante:
Die Wurst wird der länge nach angeschnitten (nicht durchgeschnitten!). Dann zieht man die Haut mit den Fingern ab und hat die enthäutete Wurst vor sich, die man nun schön mit Messer und Gabel essen kann.

Hier noch ein Video, das auch und insbesondere das richtige Essen der Weißwurst erklärt.

2 Kommentare

  1. This just saved my life at the Munich airport. I looked confused still but Atleast I didn’t look completely clueless Thank you!

  2. Pingback: Die Top 5 Dinge, die man in München essen sollte | Munich Greeter

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