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Amerikanische Geschichte in München (Teil 1)

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München ist eine sehr internationale Stadt. Doch auch in früheren Zeiten beeinflussten viele Einwohner, die ursprünglich aus dem AUsland kamen, die Kultur und das tägliche Leben. Auch die USA haben daran einen Anteil – vor und nach dem Krieg gab es Einflüsse…

Der“Amerikanerblock“
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wuchs München schnell. Aus diesem Grund wurde seitens der Stadtregierung ein neues Siedlungsgebiet erschlossen. Die „Siedlung Neuhausen“ in der Nähe des alten Dorfes Neuhausen. Der Stadtteil wurde vollständig durchgeplant und war für seine Zeit sehr modern. Über 2.000 Wohnungen wurden gebaut, aber die Architekten dachtan auch an Infrastruktur wie Läden und Restaurants. Es wurde sogar eine ganze Straße mit Wohnungen ausgestattet, die ein zusätzliches Atelier hatten. Hier sollten Künstler (Maler, Bildhauer, etc.) wohnen.
Um das nötige Geld für den Bau der Siedlung Neuhausen zu erhalten, nahm die Stadt München einen Kredit von der US-Regierung auf. Vor allem ein bestimmtes Gebäude wurde hierfür Sinnbild – der „Amerikanerblock“. Dieses Wohnhaus ist ein bedeutendes Beispiel der „Neuen Sachlichkeit“.

Siedlung Neuhausen Muenchen 2.JPG
Siedlung Neuhausen Muenchen 2“ von O DMEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Zu Ehren des US-Regierung, die den Kredit zum Bau des Stadtteils gab, wurden die Starßen in der Nähe des Amerikanerblocks nach berühmten Amerikanern bzw- Deutsch-Amerikanern benannt (Washingtonstr., Steubenplatz, Karl-Schurz-Str).

Amerikanersiedlung
Die Amerikanersiedlung oder „Ami-Siedlung“ wie die Münchner sagen, hat eigentlich den offiziellen Namen „Siedlung am Perlacher Forst“. Sie wurde in den 1950ern in einem Teil des Perlacher Forstes (der an den südlichen Stadtrand heranreicht) gebaut, um Wohnungen und Häuser für die Soldaten der US Army zur Verfügung stellen zu können, insbesondere für diejenigen, die in der Mc Graw Kaserne in der nähe dienten. Es ist ein sehr interessanter Stadtteil, da er im „amerkianischen Stil“ gebaut wurde. Auch war der District nahezu autark. Es gab dort nicht nur Wohnungen, sondern es war eine eigene Infrastruktur vorhanden. Schule, Krankenhaus, Supermärkte, Tankstelle, und sogar ein Kino. Die Straßen erhielten ebenfalls „amerikanische“ Namen (Lincolnstr., Cincinattistr., Minnewitstr., General-Kalb-Weg. In der Ami-Siedlung fand auch bis 2005 das beliebte „Little Oktoberfest“ statt. Für jüngere Münchner war es fürher auch eine tolle Sache, durch die Ami-Siedlung zu spazieren, inbesondere zur Weihnachtszeit und all die beleuchteten und mit Figuren geschmückten Häuser zu bestaunen, was zu dieser Zeit ungewöhnlich und unbekannt in Deutschland war.
In den späten 1980ern und frühen 1990ern wurden immer weniger US Soldaten benötigt und die letzten US-Truppen zogen 1992 endgültig ab. Dadurch gab es in der Ami-Siedlung viele lerstehende Wohnungen, die dann Münchnern gegeben wurden. Der amerikanische Supermarkt wurde von einer deutschen SUpermarktkette übernommen, die Tankstelle wird seitdem als Privatparkplatz/Lagerplatz benutzt. Heutzutage erinnern nur die Straßennamen und die unterschiedliche Architektur an die Geschichte dieses Stadtteils. Manchmal findet man auch noch zweisprachige Schilder. Doch bis heute sind die hier lebenden Bürger stolz auf ihre Ami-Siedlung und deren Geschichte. Sie feiern kleine amerikanische Feste und haben stets eine starke kulturelle Bindung zu den USA.

Little Oktoberfest
Nach dem Krieg feierten die stationierten Soldaten, die in der Amerikanersiedlung aber auch in den südlichen Stadtteilen Giesing/Harlaching lebten stets ihren Independence Day (Unabhängigkeitstag, 4. Juli). Und die Münchner hatten keine Ahnung, was die Amis da feiern. Ab 1956 begannen die Amerikaner jährlich um den 4. Juli herum, ein kleines Volksfest in der Amerikanersiedlung zu veranstalten. Die Bürger Münchens wurden ebenfalls eingeladen daran teilzunehmen, was für diese ganz besonders war, da sie ja keine amerikanischen Produkte oder Speisen kannten. Bald wurde das Fest „Little Oktoberfest“ oder „Little O“ genannt. Ein kleines Volksfest mit amerikanischem Essen, Spezialitäten und allen Arten amerikanischer Musik. Das Fest wurde zur Institution und die Bürger libten es genauso wie die US-Soldaten. Es war schließlich auch ein Festival um sich gegenseitig kennenzulernen.
Als die letzten Truppen München 1992 verließen, blieb das „Little O“. Jedoch wurde das fest ab Ende der 1990er immer kommerzieller und hatte nur noch wenig mit den USA zu tun. Das führte dazu, dass immer weniger Leute das Fest aufsuchten. Es fand zum letzten mal im Jahr 2005 statt. Seither hat sich kein Organisator finden können, der das Fest wiederbelebt.
Eine bayerische Wirtschaft mit Biergarten, die „Waldwirtschaft“ (oderr „WaWi“ die die Münchner sie nennen) versucht das „Little O“ zurückzubringen. Aber nicht als großes Festival, sondern als traditionelles Biergarteln mit ein wenig „amerikanischer Musik“, wie jazz, country und oldies, Bullenreiten und ameriknischem Essen (Burger, spare ribs, Steaks). Leider hat das nichts mit dem echten „Little Oktoberfest“ zu tun.
Also lassen wir das „Little Oktoberfest“ in Frieden ruhen und erinnern uns an dieses Nachkriegs-Freundschafts-Fest zwischen München und den USA.

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