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Insider Geschichten – Der „Millionenbauer“ aus Neuhausen

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Es gibt viele Geschichten, die nur echte Münchner wissen. Wir möchten Euch ein paar dieser Insider-Geschichten erzählen. Dieses mal die Geschichte des „Millionenbauers“ aus Neuhausen.

In den 1860er Jahren, wuchs München rasant und die Stadtgrenze lag nahe des Dorfes Neuhausen. Zu dieser Zeit war Neuhausen wie jedes andere Dorf im Münchner Umland. Ein Dorfzentrum, ein Metzger, ein Bäcker, ein wenig Industrie und Bauernhöfe. Einem Bauern gehörten Felder von was heute der Rotkreuzplatz ist, bis zum Hirschgarten. Als der alte Bauer starb, erbte sein Nachkomme, Lorenz Hauser den gesamten Grund. Während Neuhausen 1890 eingemeindet und damit Stadtteil Münchens wurde, verkaufte er ein Feld nach dem anderem als Baugrund. Da München immer schneller wuchs, wurde Wohnraum dringend benötigt. Da die Grundpreise immer schneller stiegen, wurde Lorenz Hauser durch den Verkauf der Felder sehr schnell zum Millionär. Er liebte den Stil und die Art König Ludwigs II (der, der Neuschwanstein bauen ließ), so dass auch Hauser um 1900 ein Schloß im Stadtteil Allach errichten ließ.
Da er sehr reich war, gab er dort viele rauschende Feste für die Münchner High Society und warf das Geld geradezu zum Fenster hinaus. Man sagt, er habe manchmal Münzen aus dem Fenster seiner Kutsche geworfen, wenn er durch die Stadt fuhr. Und auch ein Satz, bzw. das Lebensmotto Lorenz Hausers, hat sich bis heute im Sprachgebrauch der Münchner erhalten: „S’Geid muas unter d’Leit“ (bayerisch für: „Das Geld muss unter die Leute“).

von Gras-Ober (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons – Schloss Allach von Lorenz Hauser


Dennoch war er nicht glücklich mit dem Schloss und verkaufte es bereits acht Jahre nachdem es gebaut wurde wieder an eine wohlhabende, adlige Familie. Das Schloß und der umliegende Grundbesitz wurden 1942 an BMW verkauft, die in der Nähe ihre Fabriken hatten. Nach dem Krieg diente es amerikanischen Soldaten als Freizeitheim. Sie nutzten es sehr intensiv, und fischten die umliegenden Seen nahezu leer und jagten ebenso sehr extensiv Wild. Weiters fiel das Schloss fast einem Brand zum Opfer, ausgelöst durch ein Grillfest, welches in der Eingangshalle abgehalten wurde. 1955 wurde das ruinierte Schloss an MAN verkauft. Dieses, Maschinen, LKW und Busse produzierende Unternehmen ist bis heute im Besitz des Allacher Schlosses und benutzt es als repräsentatives Gebäude für Gäste und Meetings. Daher ist es der Öffentlichkeit auch nicht zugänglich. Aber was wurde aus Lorenz Hauser? Immer noch reich, starb er im Jahr 1918. Er ist auf dem WInthir-Friedhof der Neuhauser Kirche (der kleinste Friedhof Münchens) begraben, neben anderen Prominenten, wie z.B. Oskar von Miller, Ingenieur und Gründer des Deutschen Museums.

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