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Jeans oder Tracht – was man(n) auf der Wiesn trägt

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Prächtig, prächtig, was an Dirndln und Lederhosen heutzutage auf der Wiesn zu sehen ist. Vor 15 Jahren war es noch total uncool, in Tracht zum Oktoberfest zu gehen. Aber das Dienstbotengewand hat Karriere gemacht.

Wo das Dirndl herkommt…
Bitte das Dirndl nicht mit einer regionalen Volkstracht verwechseln! Eine echte (d. h. historische) Tracht weist in Schnitt, Farbe und Ausstattung ganz bestimmte Merkmale auf, anhand derer man die Träger einer Region und einer sozialen Schicht zuordnen kann. Zum ersten Oktoberfest im Jahre 1810 gab es noch gar kein Dirndl. Die erste Wiesn war eigentlich ein Pferderennen anlässlich der Hochzeit von Ludwig I. Städter trugen dafür ihre Ausgehkleidung und das war französische Mode. Erst im zweiten Jahr (1811), als gleichzeitig das zentrale Landwirtschaftsfest stattfand, kam die Landbevölkerung in ihrer Tracht nach München. Aber eben in Festtracht, nicht im Dirndl – das war ein Alltagsgewand für die Arbeit und somit keine Option für den Stadtaufenthalt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die Sommerfrische in den Alpen „in“ wurde, begann der Höhenflug des Dirndls: die Damen ließen sich von der Schneiderin das ländliche Arbeitsgewand mit kleinem Karo- oder Blümchenmuster stylisch übersetzen.

…und die Lederhose…
Die Lederhose hat ihren Ursprung in der „Culotte“, einer eng anliegenden höfischen Kniebundhose. Bewohner des Alpenraums übertrugen das Muster im ausgehenden 18. Jahrhundert auf das bereits zuvor gebräuchliche Leder und lösten damit die bei Bauern bis dahin übliche Pumphose ab.

Do´s und don´t´s in Sachen Wiesngewand
Jeans und T-Shirt gehen natürlich immer (noch). Dazu könnt ihr die Minimalvariante wählen und einfach einen Hornknopf an die Jeans nähen.
Oder richtig einsteigen und investieren in eine Lederhose (aufgrund ihrer Haltbarkeit auch vererbbar) oder in ein schönes Dirndl. Was die Rocklänge anbelangt, lässt sich ein Gesetz definieren: Je länger der Dirndlrock, desto ernster meint es die Trägerin mit der Tracht. Ernst oder nicht, zu kurz darf der Rock nicht sein – ein Dirndl in Minikleidlänge geht gar nicht.
Ein anderes No no: Turnschuhe (Sneakers, Chucks etc.) zur Tracht! Untenrum tragen die Herren Haferlschuhe und die Damen Trachtenpumps oder Ballerinas. Was man sich außerdem sparen sollte: spitze Filzhüte mit Kordel drumrum, Filzhüte in Form von Maßkrügen oder T-Shirts mit aufgedruckten Hosenträgern oder als Dirndlblusenimitat.

2 Kommentare

  1. Dirndl und Tracht ist toll, aber ich sehe als jemand der seit vielen Jahren keine Wiesn verpasst hat auch immer wieder das Trauerspiel. Mal ein paar Beispiele: Das Dirndl ist zu kurz. Es sollte auf keinen Fall kürzer als Kniefrei sein. Oder das Dirndl wird nicht mit Bluse getragen. Flippige, bunte Dirndl die aussehen wie zusammen gesetzte Fetzen. Dann doch lieber ein klassisches Dirndl. Was auf keinen Fall geht: Schwarze Strümpfe. Das geht gar nicht. Wenn es einem auf dem Heimweg kalt wird, dann weiße dichte Strümpfe anziehen. Es gibt mittlerweile auch welche, die für die Wiesn gemacht sind, beispiel http://www.falke.com/de/damen/strickstruempfe/kniestruempfe/falke-wiesn-kniestrumpf.html

    Für die Männer: Ganz schlimm sind diese billigen Oktoberfest-Hüte. Dann lieber ohne Kopfbedeckung. Zur Lederhose keine Turnschuhe (sondern Haferlschuhe) usw… Immer wieder sieht man da Trachten bei denen einfach das Gesamtbild nicht stimmt. Wenn man schon viel Geld ausgibt dann auch das richtige kaufen, oder sich eben gleich als Tourist outen. Ich finde es nämlich auch nicht schlimm, wenn Menschen die weit weg wohnen in Jeans und T-Shirt kommen.

  2. Hallo,
    also ich persönlich finde die Jeans auf jeden fall besser, als wie oben genannt die T-Shirts mit den Aufdrucken, da sieht ein ganz normaler Alltags-Look deutlich besser aus. Ein Dirndl ist für mich etwas ganz besoderes und ich freue mich jedes mal auf Anlässe, wo ich eines meiner Dirndl tragen kann. Es sieht einfach weiblich aus und man ist immer gut angezogen!

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